Stranger Than Fiction

Eigentlich habe ich schon seit geraumer Zeit die Hoffnung aufgegeben, jemals wieder einen halbwegs sehenswerten Hollywoodfilm erleben zu dürfen. Jene Freikarte, welche durch meine Teilnahme an einer Kino-Studie in meinen Besitz gelangte, sollte mich allerdings - auf äußerst genüssliche Weise - eines Besseren belehren.

Schon bei meinem vorhergehenden Besuch eines Lichtspieltheaters liess sich an The Prestige ein aufwärtstrend in Sachen Qualität erkennen - der Film war gut gemacht, die Handlung ungestört von groben Logikfehlern und auch einigermassen spannend. Das Seherlebnis wurde lediglich durch einige wissenschaftliche Erklärungsversuche des Geschehens getrübt, die aber selbst aus der Goldkehle David Bowies zu ernst gemeint klangen, um nicht lächerlich zu wirken.

Wie Eingangs bereits erwähnt war der gestrige Kinobesuch für mich gratis, deswegen hatte ich eigentlich keine große Erwartungshaltung an das Schauspiel, dessen Titel - es handelte sich um eine Sneak Preview - uns erst kurz vor Aufführungsbeginn verraten wurde: Stranger Than Fiction. Meine spontaner Verdacht, eine Bad Religion Dokumentation zu sehen zu bekommen, sollte sich aber nicht bestätigen. Stattdessen gabs einen durchwegs unterhaltsamen, anspruchsvollen und auch cineastisch interessanten Film, der trotz übersinnlicher Rahmenhandlung ganz ohne peinliche Erklärungen der selben durch abgetakelte Popstars auskommt. So akzeptiert man als Zuschauer einfach, dass der Hauptdarsteller Harold eines Tages die Erzählstimme des Films, welche den Zuschauern die Handlung poetisch erläutert, in seinem Kopf zu hören vermag, wodurch er gezwungen ist, sein Leben a la Office Space von Grund auf zu ändern. Gerade weil nicht versucht wird dieses Phänomen zu erklären, wirkt es nicht lächerlich. Und das ist es doch, was einen guten Film ausmacht: nicht lächerlich zu sein.

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